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Gastanken

Alternative zu Benzin und Diesel

Erdgas kann eine Alternative zum teuren Sprit sein. Die
Betriebskosten sind nur knapp halb so hoch wie für einen
vergleichbaren Benziner. Allerdings sind die Anschaffungskosten
deutlich höher - was aber durch Förderprogramme der
Gasversorger zumindest teilweise gemildert wird.

Millionen Pendler stöhnen über die hohen Treibstoffpreise: Diesel kostet rund 1,20 Euro pro Liter, Superbenzin hat sich bei 1,30 Euro eingependelt. Während ein Teil der Diesel-Fahrer die Chance hat, durch den Umstieg auf Biodiesel zu sparen, müssen sich Fahrer benzingetriebener Autos grundsätzlichere Gedanken machen und vor einem Umstieg auf Gas tief in die Tasche greifen. Zwei verschiedene Systeme werden angeboten: Autogas, auch LPG genannt, und Erdgas, für das Techniker das Kürzel CNG verwenden. Die Systeme sind nicht miteinander kompatibel.

Autogas gibt es schon sehr lange, führte aber in Deutschland immer ein Schattendasein. Die wenigen Zapfsäulen mit der Aufschrift Autogas oder LPG (Liquified Petrol Gas) wurden in erster Linie von Touristen aus Holland oder Polen angesteuert. Das hat sich geändert, auch wenn Autogas mit einem Bestand von 15.000 Autos immer noch kein Massenphänomen ist. Aber der Trend ist ablesbar an der Entwicklung des Tankstellennetzes. Lag die Zahl vor einem Jahr noch unter 500, so finden Besitzer von Autogasfahrzeugen inzwischen mit rund 1000 Tankstellen (www.gas-tankstellen.de) eine in Ballungsgebieten und entlang der Autobahnen flächendeckende Versorgung vor.

Autogas ist ein flüssiges Gemisch aus Propan und Butan und verbrennt, so DVFG-Vorsitzender Hanns Richard Hareiner, mit 80 Prozent weniger Schadstoffen als Benzin. Flüssiggas wird bei deutlich niedrigerem Druck (rund acht Bar) als Erdgas gespeichert, stellt also weniger Anforderungen an die Festigkeit der Tanks, und vor allem ist die Umrüstung vom Benzin- auf Gasantrieb deutlich günstiger. Rund 2200 bis 3200 Euro kostet der nachträgliche Einbau einer Autogasanlage; beim Einsatz von runden Tanks, die in die Reifenmulde passen, geht vom Kofferraumvolumen nichts verloren.

Wer seinen Benziner umrüsten lassen will, sollte sich dafür Vergleichsangebote mehrerer Fachbetriebe einholen. Die Liste der Umrüstbetriebe, die der DVFG unter www.autogastanken.de bereithält, umfasst weit über 250 Anbieter. Zunehmend setzen auch die Markenwerkstätten auf Gasumrüstung: "Bei weiterhin steigenden Benzinpreisen sind keine hellseherischen Fähigkeiten nötig, um abschätzen zu können, welches Potenzial den Werkstätten offen steht", sagt etwa Rüdiger Semper, Geschäftsführer der Akademie des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (TAK). Die Akademie hat ihr Angebot an Seminaren für Werkstattmitarbeiter erweitert. Diese sind vorgeschrieben, um Gasanlagenprüfungen (GAP) und Gassystemeinbauprüfungen (GSP) vornehmen zu dürfen.

Auch bei Chevrolet registriert man "eine sehr starke Nachfrage" der Händler nach Schulungen. Die GM-Tochter bietet, neben Subaru und Lada, Autogas als Extra an, das beim Neuwagenkauf geordert werden kann. In den nächsten 15 Jahren wird sich die Zahl der Autogasfahrzeuge in Deutschland bei etwa 1,5 Prozent des Bestands einpendeln. Klingt wenig, bedeutet aber den Sprung über die Millionengrenze.

Der Trägerkreis Erdgasfahrzeuge, in dem unter Schirmherrschaft des Bundes-Umweltministeriums neben Autoherstellern und ADAC auch die Energieversorger vereinigt sind, setzte bislang auf die Ausrüstung der Autos ab Werk und nicht auf die nachträgliche Umrüstung. Mit Fiat Punto und Multipla, Opel Zafira, Ford Focus C-Max, Mercedes E-Klasse, Volvo V70 oder VW Touran gibt es eine ganze Reihe von Autos, die mit Erdgasantrieb geordert werden können. Der Aufpreis liegt zwischen 2000 und 4000 Euro.

Erdgas, oder Compressed Natural Gas (CNG), wird unter immens hohem Druck von 200 Bar in die Spezialtanks eingefüllt, die bei einer Ausrüstung ab Werk in Unterflurtechnik am Boden des Autos installiert werden können. Zudem können Gasfahrzeuge ab Werk beim Abgasverhalten optimiert werden, so dass sie unter Umständen steuerlich günstiger eingestuft werden als nachgerüstetete Fahrzeuge. Die Nachfrage nach nachträglich eingebauten Erdgasanlagen hat aber dazu geführt, dass der Verband in Zusammenabeit mit Tüv und Dekra ein Zertifizierungsverfahren für Werkstätten entwickelt hat. Der Preis für Umrüstungen liegt höher als für Autogasanlagen und beträgt nach Erhebungen des ADAC zwischen 3900 und 4700 Euro. Allerdings honorieren viele Erdgasversorger den Umstieg mit Zuschüssen (siehe "Geld für den Umstieg").

Die Tankstellenliste des Trägerkreises Erdgasfahrzeuge umfasst rund 630 Adressen. “Unser Ziel ist, dass im Jahr 2007 über 1000 Markentankstellen den Autofahrern Erdgas anbieten. Damit wäre die Versorgung für etwa eine Million Fahrzeuge sichergestellt”, sagt Gerhard Gabriel, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Gas- und Wasserwirtschaft.

Klaus Justen

Geld für den Umstieg

Der Umstieg auf Gas ist immer auch ein Rechenexempel: Denn nur wer viel fährt, kann die Mehrkosten auch wieder einspielen. Bei den meisten Modellen erreicht man nach 50.000 bis 60.000 Kilometern den Break even, also den Punkt, an dem sich die Mehruasgaben in eine echte Ersparnis verwandeln (siehe Tabelle mit den Berechnungen für 18 Gas-Modelle). Bei Autos mit hohem Verbrauch rechnet sich eine Gasanlage allerdings auch erheblich früher. Nicht zu vergessen: Wer eine Gastankstelle in der nächsten Umgebung hat und selten auf Benzinbetrieb umschalten muss, fährt ebenfalls früher in die schwarzen Zahlen.

Nicht eingerechnet sind Fördermittel, die lokale Versorgungsanbieter an die Käufer von CNG-Autos zahlen. Bis zu 2500 Euro Zuschuss für die Anschaffung in bar oder als Tankguthaben offerieren die Versorger; in der Regel haben die Tankgutscheine ein Volumen von 1000 bis 1500 Kilogramm Gas.

Fast 200 Energieversorger listet der Trägerkreis Erdgasfahrzeuge in seiner Online-Datenbank auf; diese ist zu finden unter www.erdgasfahrzeuge.de in der Rubrik "Wirtschaftlichkeit". Zum Teil sind die Förderprogramme jedoch zeitlich befristet, oder aber die jeweiligen lokalen Fördertöpfe sind begrenzt. Interessenten sollten ihren Gasversorger also schnell ansprechen. Auch Stadtwerke oder Versorger, die in der Übersicht des Trägerkreises nicht enthalten sind, bieten auf Nachfrage teilweise Förderung an. Deshalb lohnt es sich auf jeden Fall, bei den Stadtwerken vor Ort, vielleicht aber auch im Nachbarlandkreis einmal nachzuhaken.

Links:

erdgasfahrzeuge.de
gibgas.de

Tabelle: Vergleich Gasautos
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